wild&wunderbar
by Cordula Frei
von Cordula Frei
Kennst du das Gefühl, zu wenig zu leisten, nicht in deiner Kraft zu sein oder zu versagen – gerade weil du eine Frau bist, die so viel kann, so viel gibt und gerne viel leistet?
Hast du aufgehört zu fühlen, wie sehr du dich selbst manchmal überforderst oder wie sehr du dir selbst Dinge abverlangst, die schlicht zu viel sind.
Wann hast du das letzte Mal deinen Blick bewusst in die Sonne gehebt?
Wann hast du dir Zeit genommen, dem leisen Plätschern eines Baches zuzuhören?
Wann hast du frisches, kaltes Quellwasser getrunken?
Wann hast du einfach einmal nichts getan – und dich dabei wirklich wohlgefühlt?
Es gibt Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, nicht weiterzukommen.
Der Körper sendet Signale, die wir nicht ignorieren können – Müdigkeit, Unruhe, oder ein leises Drängen nach Veränderung.
Vielleicht kennst du solche Momente: Zeiten, in denen du merkst, dass alte Wege nicht mehr tragen, dass Ruhe, Atem und Natur plötzlich kostbar werden.
Ich möchte dich einladen, über folgende Fragen nachzudenken:
Wann hast du zuletzt bewusst wahrgenommen, wie dein Atem durch deinen Körper fließt?
Wann hast du dir Zeit genommen, deine eigenen Gedanken einfach nur zu beobachten, ohne etwas ändern zu wollen?
Wann hast du das letzte Mal die Erde unter deinen Füßen gespürt – barfuß, bewusst, vollständig?
Welche kleinen Momente des Alltags schenken dir Ruhe und ein Gefühl von Ganzheit?
Wann hast du zuletzt innegehalten und den Geschmack einer Mahlzeit oder eines Getränks wirklich wahrgenommen?
Welche Orte oder Menschen lassen dich spüren, dass du genug bist – genau so, wie du bist?
Wann hast du dir erlaubt, etwas einfach nur zu genießen, ohne Leistung oder Ergebnis im Blick zu haben?
Wo spürst du in deinem Körper, dass er Ruhe braucht – und wann hast du ihm wirklich zugehört?
Welche inneren Stimmen fordern zu viel von dir – und welche laden dich ein, wieder leicht zu sein?
In einer Welt, die stetig schneller, komplexer und fordernder wird, stehen Frauen oft im Zentrum des Geschehens, sei es als Führungspersönlichkeiten, Familien‐ und Geschäftsmanagerinnen oder kreative Visionärinnen. Gerade jene Frauen, die stark, ambitioniert und erfolgreich wirken, tragen oft unbemerkt eine schwere Last mit sich: Angst, Stress und Schmerzen, die sich in Symptomen wie Unruhe, Paniksyndrom, chronischer Erschöpfung, den Folgen von Long Covid oder körperlichen Beschwerden wie Fibromyalgie manifestieren können.
Viele moderne Frauen sind in einer fast unerklärlichen Weise müde. Nicht nur vom Alltag und nicht nur von den Anforderungen, die an sie gestellt werden. Es ist eine tiefere Müdigkeit, eine, die aus einer jahrhundertelangen Entfremdung von der weiblichen Quelle kommt.
Diese Frau ist berufstätig, umsorgt ihre Familie, trägt Verantwortung, erfüllt Erwartungen, versucht zu genügen, zu strahlen, zu funktionieren. Von außen erscheint sie stark, klar, unerschütterlich, doch in ihrem Inneren spürt sie oft eine leise Spannung zwischen dem Wunsch, unverwundbar zu sein, und dem Bedürfnis, einfach einmal loszulassen.
Diese Ambivalenz – die Sehnsucht nach Stärke und die Furcht vor der eigenen Verletzlichkeit – ist es, die sie besonders empfänglich macht für Erschöpfung, Selbst‐ zweifel und stille Krisen.
Phasen wie die Wechseljahre, Zeiten hormoneller und seelischer Umbrüche, Trennungen, der Verlust geliebter Menschen oder das Loslassen der Kinder, wenn sie in ihr eigenes Leben aufbrechen, führen häufig zu einer inneren Unruhe, die von der modernen Gesellschaft missverstanden wird.
Zu oft wird Unruhe als Schwäche oder Kontrollverlust gedeutet, als Zeichen eines Versagens. Doch in Wahrheit sind diese Schwellen Momente tiefster Wandlung, Por‐ tale zu einer neuen Form von Bewusstsein.
Es sind Tore, die sich öffnen, wenn eine Frau bereit ist, ihre Masken abzulegen, sich nicht länger über ihre Rollen zu definieren, sondern aus der Tiefe ihres Seins heraus zu leben.
Wir Frauen haben vergessen, was es bedeutet, unsere archaische Kraft zu leben, diese ursprüngliche, wilde, ungezähmte Energie, die in unseren Knochen wohnt und in unserem Blut pulsiert.
Diese Kraft, die einst selbstverständlich war, als wir noch mit den Zyklen der Erde gingen, das Feuer im Kreis hüteten und wussten, dass jede Geburt, jeder Tod, jeder Übergang ein heiliger Moment ist.
Heute leben wir in einer Welt, die das Schnelle ehrt, das Funktionierende, das Kontrollierte – und dabei verlieren wir uns oft selbst. Unsere Lebensenergie versickert in To‐do‐Listen und im Optimierungswahn, während unsere Seelen nach etwas ganz anderem rufen: nach Tiefe, nach Verbindung und nach Erinnerung.
Wenn wir die Stille des Waldes suchen, barfuß gehen oder ganz natürlich mit dem Mondzyklus leben, ein Feuer entzünden, gemeinsam singen oder schweigen, immer dann weben wir uns zurück in das Netz der Rituale, welches älter ist als jede Institution.
Es sind Momente, in denen wir unsere Kraft zurückrufen, nicht mit Lautstärke und nicht im Kampf – sondern durch Hingabe, Präsenz und Würde.
Unsere Gesellschaft braucht diese Frauen mehr denn je: Frauen, die nicht mehr gefallen, sondern die sich authentisch verkörpern. Frauen, die nicht mehr hetzen, sondern Raum schenken und halten. Sie funktionieren nicht nur, sondern wirken – aus ihrer Tiefe und Kraft heraus.
In der Art, wie wir Nahrung zubereiten – mit Hingabe, mit Dankbarkeit – liegt Magie. Wenn wir am Herd stehen, mit Kräutern und Wurzeln, mit Zeit und Intuition, dann nähren wir nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Seele und unsere Lieben.
Auch im Alltag, mitten im modernen Leben, leben wir Rituale, wenn wir uns dessen bewusst werden:
Wenn eine Frau früh am Morgen den Tisch deckt und das Brot bricht, bereitet sie in Wahrheit ein Mahl des Lebens.
Wenn sie einer Freundin zuhört, ohne zu urteilen, schenkt sie Heilung.
Wenn sie ein Kind tröstet, ihm über das Haar streicht oder eine Träne wegwischt, überbrückt sie Welten.
Wenn sie eine Idee in die Welt bringt – ein Buch, ein Lied, ein Unternehmen –, gebiert sie etwas, das zuvor unsichtbar war.
Wenn sie am Abend eine Kerze anzündet, bevor sie zur Ruhe kommt, erinnert sie das Feuer daran, dass Licht und Dunkel einander brauchen.
Wenn sie mit Erde, Samen und Händen arbeitet, bringt sie das uralte Wissen der Schöpfung zurück in die Gegenwart.
Und wenn sie Grenzen zieht, Nein sagt, ihre Wahrheit spricht – dann ehrt sie das Leben selbst.
Lasst uns wieder feiern, was wir vergessen haben: die Kraft der Ahnen, das Flüstern der Erde, den Tanz mit dem Wind.
Lasst uns erinnern, wie es war, im Kreis zu sitzen, um Geschichten zu teilen und einander zu halten.
Lasst uns wieder Rituale erschaffen, die uns nähren, verbinden, stärken – nicht weil wir sie „brauchen“, sondern weil wir sie sind.
- Cordula Frei aus wild&wunderbar
Über mich:
Ich bin eine Begleiterin an den Schwellen innerer und äußerer Wandlung.
Mein Leben und Wirken spiegeln jene Themen, die im Zentrum einer Rückverbindung von Mensch und Natur, von Körper und Bewusstsein, von innerer Arbeit und gelebter Praxis stehen. Ich lebe in den Landschaften des südlichen Schwarzwaldes und der Vogesen, in enger Beziehung zu meinen Pferden und mit Hunden – nicht als romantische Kulisse, sondern als gelebte Form einer relationalen, nicht‑extraktiven Lebensweise. Diese verkörperte Verbindung von innerem Forschen und äußerem Wirken bildet das Fundament meiner Arbeit als Prozessbegleiterin.
Mein schriftstellerisches und kuratorisches Werk ist tief in verkörpertem Bewusstsein und integrativer Praxis verwurzelt. In meinen Büchern – darunter Soulskin sowie Wild & Wunderbar – erforsche ich die Schnittstellen von Nervensystem, Psyche, Ritual, Mythos und Ökologie.
Mein neues Buch Wild & Wunderbar ist im Dialog mit der Yoga- und Reiki-Lehrerin Nadja Passenheim und mit Frauen in der Lebensmitte entstanden. Das Buch widmet sich Erschöpfung, Regeneration und der Rückkehr zu einer leiblich verankerten Weisheit – getragen von neurowissenschaftlichen, psychologischen und kulturgeschichtlichen Perspektiven.
Als langjährige Redakteurin, Herausgeberin und Kulturgestalterin habe ich den integralen Diskurs im deutschsprachigen Raum maßgeblich mitgeprägt. Ich arbeitete unter anderem für Integrale Perspektiven, Info3, Achronon und Parallax Medien und war an der Entwicklung von Räumen beteiligt, in denen ganzheitliches Denken, Spiritualität, Kultur und gesellschaftliche Verantwortung miteinander ins Gespräch kommen. Am Hofgut LEO in Gresgen, der ersten regenerativen Gesellschaft Deutschlands, kuratierte ich kulturelle Initiativen und begleitete organisatorische Prozesse, die nachhaltige und regenerative Lebensformen fördern.
Inhaltlich steht meine Arbeit in engem Dialog mit Denkern wie Jean Gebser, dessen Begriff der Mutation – ein qualitativer Bewusstseinssprung jenseits linearer Entwicklung – einen tragenden Referenzrahmen bildet.
Jean Gebser beschrieb die Erschöpfung der mental‑rationalen Bewusstseinsstruktur und die Notwendigkeit, frühere Schichten des Bewusstseins – das mythische, magische und archaische – nicht zu überwinden, sondern zu integrieren. Genau hier setze ich an: im Wiederfinden des ökologischen Selbst, im Lauschen mit dem Körper und im Erneuern jener Rhythmen, die Leben tragen.
Darüber hinaus bin ich seit vielen Jahren internationale Lehrerin und Senior‑Trainerin für Voice Dialogue. Diese Methode der integrativen Psychologie arbeitet mit der Vielfalt innerer Anteile – Schutzinstanzen, kreative Stimmen, innere Kritiker und Weise – nicht, um sie zu korrigieren, sondern um ihnen zuzuhören und sie in eine reife innere Führung zu integrieren.
Diese Arbeit bildet eine wesentliche Brücke zwischen ökologischer Rückverbindung und innerer Selbstregulation.
The 2026 Rewildering Explorations: DEEP ECOLOGY- REWILDING YOUR SOUL
Eine Einladung zur Begegnung – mit Pferden, Natur und dir selbst
Manchmal braucht es nicht noch mehr neue Konzepte, keine weiteren Erklärungen, keine weitere Anstrengung mehr. Manchmal braucht es einen Ort, ein Gegenüber und einen Moment, in dem das Nervensystem aufatmen darf.
Diese Einladung richtet sich an Menschen, nicht nur an Erschöpfte, nicht nur an Suchende, nicht nur an jene mit Symptomen – sondern an alle, die spüren, dass das moderne Leben den inneren Rhythmus überdeckt hat.
In der Begegnung mit Pferden geschieht etwas, das jenseits von Worten liegt. Pferde reagieren nicht auf Geschichten, Rollen oder Erwartungen. Sie reagieren auf Präsenz, Atem, innere Klarheit und Spannung. Als hochsensible Herdentiere lesen sie unser vegetatives Nervensystem in Echtzeit – und laden es ein, sich zu regulieren.
Was hier wirkt, ist keine Technik und kein Training sondern Ko-Regulation.
In der Nähe der Pferde darf der Neokortex – unser planender, analysierender Verstand – zur Ruhe kommen. Das limbische System, oft überlastet durch Dauerstress, findet Sicherheit. Zeit wird wieder spürbar. Der Körper erinnert sich an Rhythmus, Boden und Beziehung.
Diese Form der Entspannung spricht ältere, archaische Schichten unseres Menschseins an: somatische Intelligenz, instinktives Wissen, Beziehung ohne Sprache. Genau dort liegt oft die Ressource, wenn Denken müde geworden ist.
Die Begegnungen finden in der Natur des Elsass statt, in und mit einer stabilen Pferdeherde. Es gibt kein Ziel, das erreicht werden muss, keine Leistung, die erbracht werden soll. Du kannst beobachten, gehen, stehen, in Kontakt sein – oder einfach da sein. Alles geschieht im Tempo deines Nervensystems.
Viele Menschen berichten nach solchen Begegnungen von innerer Ruhe, Klarheit, emotionaler Erdung und einem Gefühl von Zugehörigkeit, das nicht erklärt werden muss.
Diese Arbeit versteht sich nicht als Therapie im medizinischen Sinn und nicht als Coaching zur Optimierung. Sie ist ein Raum des Erinnerns: an Sicherheit, an Verkörperung, an das, was uns als Menschen trägt.
Du kannst in Form von Einzelarbeit, intensiv als 3-5 Tages-Retreat, oder als Gruppe von max 5 Personen deinen Wunschtermin buchen. Übernachtung kann bei Bedarf vor Ort organisiert werden.
Der Hof befindet sich 15 Kilometer von Basel und 7 Kilometer von Basel-Mulhouse.
Für Voice Dialogue-Sessions und Einzel-Coaching (ohne Pferde) steht Dir mein schöner Raum in Steinen-Hägelberg zur Verfügung.
Beratungstermine gebe ich Dir gerne auf deine konkrete Anfrage.
Wenn Du dabei sein möchtest, reicht deine Anfrage mit kurzer Motivationsbeschreibung und ein paar Worten zu deiner Person.
Kontakt: voicedialogue@gmx.de




